Segel eines Segelboots

Unser erstes Mal: Segeln zu zweit

Es ist Montag, der 9. Mai. Die Sonne scheint und in der Werft in Svendborg ist es noch ruhig, als wir aufstehen. Ein paar Kleinigkeiten gibt es an Bord noch zu tun, bis wir endlich abfahrbereit sind – zumindest theoretisch.

Um etwa 11 Uhr setze ich, Roman, mich ins Beiboot und mache mich auf den Weg zum Marineshop, der auf der anderen Seite des Hafens liegt. Die Fahrt dauert etwa drei Minuten. Das Wasser ist ruhig und die Möwen kreisen in der Luft.

Im Shop angekommen frage ich nach dem letzten fehlenden Teil, das wir noch benötigen. Nachdem der Verkäufer mir gesagt hatte, dass ich um 14 Uhr nochmal vorbeikommen soll, kramt er im letzten Moment doch noch den Umlenkblock aus einer Schachtel am Tresen und ich kann ihn mitnehmen.

Nachdem die Großschot montiert ist, wird uns klar, dass der Refit nun beendet ist. Die monatelange Arbeit hat vorerst ein Ende und wir können die Werft endlich verlassen und die erste Ankerbucht ansteuern.

Neben der Vorfreude macht sich aber auch ein anderer Gedanke im Kopf breit und sorgt dafür, dass bei uns beiden der Puls steigt:
Wenn wir heute wirklich losfahren, sind wir auf uns alleine gestellt und niemand mit uns an Bord, der erfahrener ist, als wir. Und das mit einem knapp zwölf Meter langem und zehn Tonnen schweren Segelboot.

Dieser Gedanke lässt uns die nächsten Stunden nicht mehr los. Wir schauen uns den Wetterbericht für die kommenden Tage an. Bis auf den heutigen Tag wird es weniger segelfreundlich – zumindest für uns. Minimum Windstärke vier und Böen bis acht Beaufort sind vorhergesagt.

Nach einem kurzen Abwiegen unserer Möglichkeiten, entschließen wir uns dazu, heute loszufahren.

In ein paar Stunden soll es also losgehen. Nach einem letzten Einkauf nehmen wir das Beiboot aus dem Wasser, verstauen alles und sichern die letzten herumstehenden Gegenstände gegen Schräglage ab.

Nachdem wir uns von unserem Schiffsnachbar verabschiedet haben, werfen wir die Leinen unserer YLVI los und fahren mit ihr raus aus der Werft, in der wir die letzten drei Monate verbrachten.

Mit jeder Meile fühlen Anita und ich uns besser und der Puls kehrt langsam wieder auf ein normales Niveau zurück.

Einen Großteil der Strecke fahren wir aufgrund der engen und meist seichten Fahrrinnen in diesem Gebiet unter Motor. Später trauen wir uns dann aber doch die Rollgenua zu setzen und segeln etwa zwanzig Minuten mit gemütlicher Schräglage und vier Knoten Fahrt. Außer dem Wind in den Segeln und den Wellen, die am Schiffsrumpf entlangrauschen, ist eine Zeit lang nichts zu hören.

Wir freuen uns einfach nur noch, dass wir heute endlich losgefahren sind.

Segel eines Segelboots

Rechtzeitig zu Sonnenuntergang fällt der Anker und wir haben es geschafft. Nun stand uns die erste Nacht vor Anker bevor, die allerdings nicht die ruhigste werden sollte.

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Wir sind Anita & Roman und haben 2021 unser Haus verkauft, um auf ein Segelboot zu ziehen.

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