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Bootselektrik – einmal alles neu [inkl. Liste zur Berechnung deines Stromverbrauchs]

Im Februar 2022 wollen wir auf unserer YLVI die gesamte Bootselektrik erneuern. Denn schon beim Gutachten stellen wir fest, dass vieles veraltet ist und nicht in einem Zustand, den wir als sicher einstufen würden.

Fast alles muss raus

Nicht fachgerecht aufgepresste Kabelschuhe, mangelnde Isolation der Kabel, Korrosion und noch einige andere Punkte lassen uns zum Entschluss kommen, dass wir so nicht auf Langfahrt gehen wollen. Mit der Entscheidung, unsere Bootselektrik komplett zu erneuern, wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass unsere Lernkurve in den kommenden Wochen und Monaten sehr steil ansteigen wird, und unsere Nerven auf eine harte Probe gestellt werden.

Bootselektrik erneuern

Wir starten mit beinahe ohne Vorwissen

Ich als gelernter Metallbautechniker und Anita als ehemalige Verwaltungsassistentin haben bislang noch so gut wie keine Ahnung von Elektrik. Und noch viel weniger von Bootselektrik. Hier und da haben wir in unserem Haus eine Steckdose oder einen Lichtschalter ausgetauscht. Das war es dann aber auch schon.

Beide haben wir großen Respekt vor Elektrizität und haben auch schon von Booten gelesen, die aufgrund von Fehlern in der Bordelektrik komplett ausgebrannt sind. Das wäre für uns (und wahrscheinlich auch für alle anderen Bootsbesitzer*innen) der absolute Albtraum. Trotzdem sind wir fest entschlossen, dieses Projekt anzugehen und dabei so viel wie möglich selbst zu machen.

Eintauchen in das Thema Bootselektrik

Noch bevor wir auf unser Boot ziehen, kaufen wir uns das E-Book „Elektrik auf Yachten“ von Michael Herrmann. Dieses Buch habe ich innerhalb weniger Tage ausgelesen und kann mir nun halbwegs ein Bild davon machen, wie unsere Bordelektrik im besten Fall aussehen soll. Anita hat das Buch dann auf unserer letzten Zugfahrt nach Dänemark gestartet und so auch richtig gut in das Thema reingefunden.

Bevor wir überhaupt mit der neuen Elektrik starten konnten, mussten wir wissen, wie viel Batteriekapazität wir brauchen, um auch im Winter gut durch den Alltag zu kommen.

Mithilfe eines Videos der Bootsprofis erstelle ich eine Excel-Liste, in der wir alle Verbraucher auflisten und unseren täglichen Strombedarf berechnen können. Auf dieser Berechnung baut unsere gesamte Elektrik auf. Denn sonst hätten wir noch nicht mal gewusst, brauchen wir 200Ah-, 400Ah- oder gar 600Ah-Batterien. Und auch nicht, wie viel Solar notwendig ist, um unsere Batterien zu laden.

Hier kannst du dir unsere Excel-Liste downloaden:

Die Liste ist eigentlich selbsterklärend. Du findest aber auf der zweiten Seite eine kurze Beschreibung, wie die Liste funktioniert.

HINWEIS: Wir erheben weder Anspruch auf Vollständigkeit, noch auf Fehlerlosigkeit. Die eingetragenen Daten dienen ausschließlich als Beispiele.

10 Menschen – 10 Meinungen

Nach einigen intensiven Recherchen war uns klar, dass Bootselektrik ein Thema ist, bei dem es viele verschiedene Meinungen gibt. Vor allem die Elektrik an Bord eines Aluminium-Bootes sorgt im Netz für viele Diskussionen. So ist uns bis heute nicht ganz klar, wie denn nun eine Erdung am Alu-Boot im Optimalfall aussehen sollte, oder ob überhaupt eine Erdung vorhanden sein muss.

Außerdem haben wir viel recherchiert, wie die einzelnen Komponenten (Solarmodule, Windgenerator, Ladegerät/Inverter-Kombination, Ladebooster, …) richtig verkabelt werden. Genauere Details dazu fassen wir in einem anderen Beitrag für dich zusammen.

Was wir daraus gelernt haben:

Das Thema Bootselektrik konnten wir als Laien schlussendlich mithilfe von fachkundigen Personen meistern und empfehlen diese Vorgehensweise auch allen, die neu in dieses Thema einsteigen und trotzdem vieles selbst an Bord machen möchten.

Zumindest die Abnahme der fertigen Bordelektrik sollte von einer Person mit Expertise auf diesem Gebiet durchgeführt werden. Denn ein mitunter teurer Schaden ist bei falscher Verkabelung an den Geräten schnell angerichtet und bringt eventuell auch andere Konsequenzen, bis hin zur Gefährdung des eigenen Lebens oder dem Leben anderer Personen, mit sich.

Unsere Tipps für dich, wenn du deine Bootselektrik ohne viel Vorkenntnisse neu machen oder überholen willst:

  • Lege dir ein Grundlagenwissen zu – Ampere, Volt, Watt, Widerstände, Kabelquerschnitte (am besten mit dem oben genannten Buch) – und finde heraus, wie viel Energie du an Bord brauchst.
  • Informier dich bei anderen Bootsbesitzern oder online z. B. in Foren. Aber lass dich nicht von den vielen verschiedenen Meinungen verwirren.
  • Finde heraus, welche Geräte du brauchst. Falls bereits Bordelektrik vorhanden ist, überlege dir, was dir fehlt bzw. was du ändern willst.
  • Mach dir im Vorfeld nicht zu viele Gedanken über die Verkabelung. Vieles ist, sobald du die Geräte erhalten hast, selbsterklärend.
  • Hol dir unbedingt jemanden vom Fach zur Seite, der die gesamte Elektrik nochmal mit dir gemeinsam durchcheckt, bevor alles ans Netz geht.

In weiteren Beiträgen schreiben wir dann auch noch über unsere Stromerzeuger und die Stromspeicherung.

Hast du noch weitere Tipps, empfehlenswerte Quellen oder Fragen zur Bootselektrik?

Wir freuen uns über den Austausch mit dir.

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Wir sind Anita & Roman und haben 2021 unser Haus verkauft, um auf ein Segelboot zu ziehen.

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